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Chicks love Kicks – Sneakerness Messe in Köln

Chicks love Kicks - Sneakerness Messe in Köln

Chicks, das sind Mädels, Kicks sind Turnschuhe und die Sneakerness ist Europas größte Turnschuhmesse. Zum fünften Mal tourte die Sneakerness durch Europa, zum dritten Mal war sie zu Gast in Köln, zum ersten Mal war ich dabei. Natürlich nur als Besucher und natürlich in meinen Nike-Heels.

Sneakerness in Köln

Die Sneakerness ist ein Treffpunkt für echte Turnschuh-Liebhaber. Hier stellen nicht nur große Marken ihre neuen Modelle vor, der Hauptact sind die Händler aber auch private Sammler, die Raritäten und Lieblingsstücke ausstellen, verkaufen und tauschen. Sneaker-Convention wäre ein passenderer Begriff als Sneaker-Messe. Fünf Euro soll der Eintritt pro Nase kosten und während ich schon nach dem Scheinchen fische, packt meine Begleitung orientalische Bazaar-Tricks aus und wir spazieren zu zweit für fünf Euro durch die Absperrung.

Sneaker in allen Variationen

Drinnen erblinde ich fast, denn Sneaker in allen erdenklichen Farben und von 5.000 Watt Strahlern ausgeleuchtet, brennen sich mir schon am Eingang in die Netzhaut. Es geht zu wie im Taubenschlag, Sneakerheads aus Köln, Deutschland und Europa wuseln durch die schmalen Gänge, keine Spur von Orientierungshilfen, die Stände bestehen größtenteils aus Klapptischen, auf denen Schuh an Schuh steht. Ständig verliere ich meine Begleitung aus den Augen und stolpere, von links, rechts, vorne und hinten angerempelt, planlos vor mich hin.

Soziales Netzwerk für Sneaker-Liebhaber

Am Ende eines Gangs erkenne ich so etwas wie eine Ruhezone mit Sofas, Sesseln und einem Couchtisch. Dort angekommen, lese ich das Wort Sneakerpedia und sehe eine mobile Wand, an der Buchcover, Sneaker und Sticker angepinnt sind. Ich habe keine Zeit, mir das näher anzusehen, denn schon spricht mich ein Mädel mit einer riesigen Kamera in der Hand an, zeigt auf meine Schuhe und will Fotos machen. Sie erklärt mir, dass Sneakerpedia ein soziales Netzwerk für Sneaker-Liebhaber sei und man dort die größte Datenbank mit allen Sneakers, die es gibt, aufbauen wolle. Sie nimmt meinen linken Schuh, stellt ihn in einen seitlich aufgestellten Schuhkarton und macht ein Foto. Das war’s. Ah ja… Tage später versuche ich, meinen Schuh zu finden. Ja, es ist eine riesige Sneaker-Sammlung, aber von meinem Schuh keine Spur. Auch die soziale Komponente des Netzwerks kann ich nirgends entdecken.

Kreativität überall auf der Messe

Die für mein eher ungeübtes Auge erkennbaren Highlights spielen sich etwas abseits des Hauptereignisses ab. Dort, wo die Liebe zum Turnschuh zur künstlerischen Inspiration wird, bleibt mein Auge hängen. An einem kleinen Stand sitzt ein junger Mann konzentriert über einem Paar Sneakers und beklebt sie sorgfältig und akribisch mit Strass-Steinchen. An einem anderen kleinen Stand bemalt ein anderer junger Mann Jutetaschen mit Sneaker-Motiven. Überhaupt sind überall auf der Messe Wände zu sehen, die entweder mit Leinwänden oder Papier bestückt sind und die zur Kreativität auffordern. Im Zentrum der Messe steht ein Mini, an dem sich ein Airbrush-Artist zu schaffen macht; Graffiti-Kunst en miniature. Daneben sind Schuhboxen aufgestapelt, an denen jeder seine Kreativität ausloten kann. Sie sind schwarz und nur mit einem Mini in Seitenansicht bedruckt. Der Rest des Kartons kann mit weißen Lack-Eddings nach Belieben gestaltet werden.

Bazaar-Gefeilsche um Nike-Heels

Meine Nike-Heels haben noch mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Es nähert sich ein junger Mann, er zeigt auf meine Schuhe und öffnet eine Tüte. Darin haben sich ein Paar violette Nike-Heels versteckt. Inoffiziell und unter der Hand will sie jemand verkaufen. Ich fühle mich wie in einem Agentenfilm. Er schickt mich zu einem Stand, von dort werde ich zu einer Chick weitergeschickt, doch ab hier verkommt der Agentenfilm zum Bazaar-Gefeilsche. Die Gute verlangt den doppelten Preis, den ich für meine Heels bezahlt habe. Sie erzählt eine anrührende Geschichte von Zollproblemen und davon, dass die Schuhe nirgends mehr zu bekommen sind, dass sie sie auf jeden Fall behalten würde, wenn sie ihr nicht eine Nummer zu klein wären und dass sie nur ihre eigenen Unkosten wieder reinholen will. Ja, klar…

Wu Tang Killa Bees Dunk High

Mir reicht’s langsam, ich kann sowieso kaum noch den einen Schuh vom anderen unterscheiden. Es ist Sonntag Nachmittag, die Stände werden langsam abgebaut, alle sind müde. Da entdecken wir noch etwas ganz spezielles: Den Nike „Wu Tang Killa Bees Dunk High“ von 1999 – als Schlüsselanhänger. Den Originalschuh gab es in einer auf 36 Paar limitierten Special-Edition, die an die Mitglieder des Wu-Tang-Clans und ihre Familien verteilt wurden. Für das unter Sammlern begehrte Stück Sneaker- und HipHop-Geschichte werden Preise bis 7.000 US-Dollar geboten. Für einen Schlüsselanhänger verlangt der Händler sechs Euro, drei gibt’s für 15 Euro. Wir bekommen zwei für zehn Euro. Es geht doch nichts über echte Bazaar-Skillz.

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