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Shades of Grey – Der Porno im Kopf

Um ehrlich zu sein hatte ich lange Zeit nichts von dem Hype um das Buch „Shades of Grey“ mitbekommen. Was mich im nachhinein eigentlich ziemlich wundert. „Shades of Grey“ befindet sich seit Wochen auf Platz 1 der Bestsellerlisten. In den Buchhandlungen stehen separate Tische, auf denen sich hunderte von Exemplaren stapeln. Kaum jemand aus meinem Bekanntenkreis hat das Buch nicht gelesen oder zumindest schon einmal davon gehört. Ich lebe scheinbar auf dem Mond. Aber das sollte sich bald ändern.

Etwas beschämt habe ich mir eine Ausgabe von „Shades of Grey“ gekauft und während meines Urlaubs gelesen. Beschämt deshalb, weil das Buch als Hausfrauenliteratur verschrien ist und es darin um Sadomaso geht. Genauer gesagt um BSDM. Für alle, die damit nichts anfangen können: Der Begriff BDSM, der sich aus den Anfangsbuchstaben der englischen Bezeichnungen „Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism“ zusammensetzt, umschreibt eine sehr vielgestaltige Gruppe von meist sexuellen Verhaltensweisen, die unter anderem mit Dominanz und Unterwerfung, spielerischer Bestrafung sowie Lustschmerz oder Fesselungsspielen in Zusammenhang stehen können.

Auf dem Cover von „Shades of Grey“ steht folgendes:

Sie ist 21, Literaturstudentin und in der Liebe nicht allzu erfahren. Doch dann lernt Ana Steel den reichen und ebenso selbstbewussten wie attraktiven Unternehmer Christian Grey kennen – und möchte ihn eigentlich schnellstmöglich wieder vergessen, denn die Begegnung mit ihm hat sie zutiefst bewirrt. So sehr sie sich aber darum bemüht: Sie kommt von ihm nicht los. Denn Christian hat etwas in ihr berührt, dass sich seitdem nicht mehr verdrängen lässt. Und als Christian einige Zeit später wieder vor ihr steht, kann sie nicht anders, als ihren Gefühlen nachzugeben. Von da an ist nichts mehr wie zuvor. Denn Christian führt Anna in eine dunkle, gefährliche Welt der Liebe – in eine Welt, vor der sie zurückschreckt und die sie doch mit unwiderstehlicher Kraft anzieht…

Im Buch selbst stößt man auf eine unsichere Protagonistin, die über ihre eigenen Füße stolpert, permanent rot wird, ein geringes Selbstwertgefühl hat und stumme Selbstgespräche mit ihrem Unterbewusstsein und ihrer inneren Göttin führt. Als ob das noch nicht genug ist, trifft dieses Häufchen aus Komplexen den umwerfend attraktiven und natürlich Milliarden schweren Christian Grey, der selbstverständlich sofort von ihr hingerissen ist. Bis dahin muss ich schwer meinen Brechreiz unterdrücken und quäle mich regelrecht durch die ersten Kapitel. Nachdem die Hauptdarstellerin allerdings sämtliche Schattierungen von Rot durchlaufen hat – rot, knallrot, tiefrot – geht es irgendwann endlich zur Sache.

Ab dem achten Kapitel vögeln sich die beiden Protagonisten die Seele aus dem Leib. In detaillierten Beschreibungen schildert die Autorin die sexuellen Handlungen der beiden bis hin zum Koitus. Selbstverständlich bekommt die einstige Jungfrau Ana trotz ihrer Unerfahrenheit jedesmal ekstatische Orgasmen – sogar als sie mit einer Reitgerte an ihrer empfindlichsten Stelle ausgepeitscht wird. Mir tut das ehrlich gesagt schon fast beim lesen weh. Aber ich muss zugeben, dass mich diese Beschreibungen auch irgendwie antörnen. Nicht wegen der Sadomaso-Elemente, sondern wegen der Leidenschaft der beiden Akteure. Man kann als Leser förmlich spüren, wie Ana in den Händen von Christian Grey zu Wachs wird. Und ich vermute mal, dass das den Charme des Buches ausmacht.

Literarisch ist „Shades of Grey“ unterer Durchschnitt. Groschenroman-Niveau mit den typischen Klischees und Stereotypen, würde ich sagen. Aber das Buch führt die Leser, in den meisten Fällen vermutlich eher Leserinnen, in eine Welt der Lust und Leidenschaft. Ein Porno für Frauen könnte man meinen. Bei uns Frauen findet der Sex offenbar im Kopf statt, während Männer die visuelle Simulation benötigen.

Kategorie: Lifestyle

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Schön, dass du auf meinem Blog gelandet bist. Ich bin Kati und Ich blogge für Kissnapping über die Liebe und das Leben. Außerdem schreibe ich übers Reisen - meiner zweitgrößten Leidenschaft ;-)

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