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Sexistische Reklame von damals und die Geschichte der Emanzipation

Sexistische Reklame von damals

Wenn die heutige Werbung so aussähe wie zu Zeiten des Wirtschaftswunders, würden sämtliche Frauen auf die Barrikaden gehen. In haarsträubenden Anzeigen bekamen Ehefrauen den Hintern versohlt und Blondinen wurden als Dummchen oder Busenwunder dargestellt. Irgendwie ist das aber auch nicht wirklich verwunderlich: In den 50er und 60er Jahren war Werbung in erster Linie an Männer adressiert, denn die brachten schließlich das Geld nach Hause.

Sexistische Reklame von damals

Staubsauger, Toaster, Kaffeemaschinen: Was immer der Wirtschaftsboom der 50er und 60er Jahre an neuen Konsumgütern hervorbrachte, es waren zunächst vor allem Männer, die sie kaufen sollten, heißt es in einem Spiegel-Bericht. Sie waren die Geldverdiener in der Familie, während die Frau Haus und Kinder hütete. Eine der Kernbotschaften in der von Männern dominierten Werbeindustrie war das konstante Familienglück. Und dieses kam nach Ansicht der Medienmacher nur zustande, wenn Mann den Starken mimte und das naive Frauchen ohne seine Hilfe nicht mal eine Tube Ketchup öffnen  – geschweige denn Auto fahren – kann. In der Werbewelt von damals galt eine Frau hinterm Steuer als unzurechnungsfähig und Ehemänner waren allmächtig.

Geschichte der Emanzipation

Das änderte sich, als die Frauenbewegung in den 70ern gegen die Reklametreibenden rebellierte. Die „National Organization of Women“, eines der ersten Frauenbündnisse, das sich in den Sechzigern in den USA aktiv für die Gleichberechtigung der Geschlechter engagierte, schuf sogar eine eigene Task-Force, die sexistische Reklame in Zeitungen und Illustrierten den Kampf ansagte. Sie forderten „die stereotype Darstellung und die Demütigung von Frauen in allen Massenmedien zu stoppen“ und stürmten am Morgen des 18. März 1970 die Redaktionsräume des „Ladies Home Journal“, eines der bekanntesten New Yorker Frauenmagazine.

Frauen protestieren gegen Sexismus

Etwa hundert Anhängerinnen besetzten das Büro von Chefredakteur John Mack Carter und weigerten sich zu gehen, bevor sie nicht angehört worden waren. Nach elf Stunden zäher Verhandlungen einigte man sich darauf, dass es eine von Frauen gestaltete Spezialausgabe der Zeitung geben soll, in denen zu gesellschaftlichen Themen erstmals auch aus weiblicher Sicht Stellung genommen würde. Außerdem würde das „Ladies Home Journal“ in Zukunft mehr Mitarbeiterinnen einstellen – nicht nur als Sekretärinnen, sondern auch als Autorinnen. Ein beachtlicher Erfolg für damalige Verhältnisse; damit nahm der Kampf um die Gleichberechtigung jedoch erst seinen Anfang. Auch heute sind viele überkommene Rollenbilder noch lange nicht aus den Köpfen verschwunden.

Werbung aus den 50er und 60er Jahren

Ein paar der Anzeigen von damals hat der Spiegel ebenfalls veröffentlicht. Diese wollen wir euch diese sexistische Reklame von damals natürlich nicht vorenthalten.

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Schön, dass du auf meinem Blog gelandet bist. Ich bin Kati und Ich blogge für Kissnapping über die Liebe und das Leben. Außerdem schreibe ich übers Reisen - meiner zweitgrößten Leidenschaft ;-)

3 Kommentare

  1. Sehr netter und aufschlussreicher Artikel. Leider sind meine Schwiegereltern wohl auf dem Niveau der 50er und 60er stehen geblieben, werde ihnen wohl mal empfehlen den Artikel zu lesen ;)

  2. Fremdleser sagt

    Ich erkenne beim besten Willen nicht was an den Postern sexistisch sein sollte..

  3. Pingback: Doppelmoral: Warum Frauen Schlampen und Männer tolle Hechte sind

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