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Mingles – Irgendwas zwischen Beziehung und Unverbindlichkeit

Mingles - Irgendwas zwischen Beziehung und Unverbindlichkeit

Als Steffi sich an einem Freitagabend mit ihrer Freundin Sarah verabredet hatte, kamen die beiden bei einem Gläschen Wein natürlich auch auf das Thema Männer zu sprechen. „Was ist denn eigentlich aus dem Typ geworden, den du vor ein paar Monaten kennengelernt hast“, fragte Steffi. „Ist da inzwischen was ernstes draus geworden?“ „Nee, aber wir treffen uns regelmäßig“, antwortet Sarah. „Aber es ist mehr als nur Sex. Wir gehen auch ins Kino oder kochen was zusammen“, räumte sie ein. Steffi überlegte kurz, dann meinte sie: „Ach, dann seid ihr also Mingles!“ Da machte es bei Sarah klick.

Was sind Mingles

Stimmt, von Mingles hatte sie schon öfter mal gehört. Das ist ja momentan DAS Thema in den Medien und der neue Trend in der Liebesszene. Aber dass sie selbst ein Mingle war, das war ihr bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht klar gewesen. Irgendwie dachte sie, ihr neuer „Freund“ sei so etwas wie eine Affäre. Und überhaupt: Ist das nicht irgendwie das gleiche? Nicht wirklich. Denn laut allgemeiner Definition ist eine Affäre nur regelmäßiger Sex mit einem und demselben Mann. Also rein, raus und dann ab nach Haus. Mingles hingegen sind im weitesten Sinne Paare, die keine Paare sind. Klingt kompliziert, ist es aber eigentlich gar nicht.

Beziehungstatus „Mingle“

Mingles daten sich. Sie unternehmen paartaugliche Dinge wie Essen oder ins Kino gehen, führen intensive Gespräche, kuscheln miteinander und haben natürlich auch Sex. Gleichzeitig ist oft tagelang Funkstille und jeder zieht sein eigenes Ding durch. Gemeinsame Zukunftspläne gibt es nicht und man lernt auch nicht die potenziellen Schwiegereltern kennen. Dennoch ist es mehr als bei den „Friends with benefits“ oder „Fuck buddies“, die nur gute Freunde sind, aber ab und zu mal miteinander in die Kiste hüpfen.

Mehr als eine Affäre

Und es ist auch mehr als bei einer Affäre, in der man nur das Laken miteinander teilt. Ich will mal unterstellen, dass bei Mingles Gefühle mit ihm Spiel sind. Die meisten Mingles definieren ihre „Beziehung“ jedoch nicht. Zumindest einer von beiden will keine feste Bindung eingehen und deswegen bleibt der Beziehungsstatus unausgesprochen. Und der andere traut sich nicht zu fragen, was denn Sache sei, weil er sich keine Blöße geben will oder Angst hat, dass das Ganze plötzlich Aus sein könnte.

Gründe für die Unverbindlichkeit

Aber warum wollen sich Mingles nicht binden? Wo ist denn das Problem, dem Kind einfach einen Namen zu geben und zu sagen: Ja, ich lasse mich auf die andere Person ein. Es gibt viele Gründe für diese Unverbindlichkeit. Der Hauptgrund ist vermutlich, dass man Angst haben könnte etwas zu verpassen: Spaß, Sex, die große Liebe. Richtig, die große Liebe. Denn es hat vermutlich einen Grund, warum man sich auf den Mingle-Partner nicht festlegen will.

Ewig auf der Suche

Es könnte nämlich sein, dass es da draußen noch jemand besseren gibt. Eine Person, die viel besser zu mir passt. Ein Mensch, der viel hübscher ist als meine jetzige Bekanntschaft. Oder einer, der meine Bedürfnisse viel besser erfüllt. „Der Partnermarkt funktioniert zunehmend nach dem kapitalistischen Gedanken der Gesellschaft“, sagt Lisa Fischbach, Diplom-Psychologin bei Elite Partner. Denn der Gedanke, man könne da draußen in der großen weiten Welt die perfekte Person finden, macht uns also rast- und ruhelos.

Keine Beziehung, kein Stress

Auch das eigene Ego spielt neben den überzogenen Beziehungsidealen eine große Rolle. Heutzutage hat die individuelle Selbstverwirklichung für viele Menschen absolute Priorität. Sie wollen Karriere machen, stellen ihre eigenen Interessen in den Vordergrund und sind zu keinen Kompromissen mehr bereit. Viele nehmen sich selbst so wichtig, dass sie sich nicht auf einen Partner festlegen wollen oder können. Eine Affäre mit Extras macht keine Probleme und ist schön pflegeleicht. Eine echte Beziehung hingegen hört sich nach Stress an. Das macht doch keinen Spaß.

Angst vor einer Beziehung

Es ist aber nicht immer nur der Wunsch nach Spaß ohne Verpflichtung, der Menschen zu Mingles macht. Häufig spielt auch Beziehungsangst eine Rolle. Therapeuten sprechen hier von aktiven und passiven Verweigerern. Der aktive Part sagt klipp und klar, dass er keine Beziehung will. Vielleicht weil er Angst vor Nähe hat, noch nicht über eine Trennung hinweg ist oder er ein großes Bedürfnis nach Freiraum hat.

Passiver Beziehungsverweigerer

Der passive Verweigerer denkt eigentlich, dass er eine Beziehung haben möchte, hat aber unbewusst so große Angst davor, dass er sich jemanden sucht, mit dem eine Beziehung nicht möglich ist. Das könnte zu Beispiel eine Person sein, die schon verheiratet ist oder jemand, der sich auf nichts verbindliches einlassen will. Wie es das Schicksal so will, treffen aktive und passivere Verweigerer häufig aufeinander – nur heißen sie inzwischen Mingles. Ein Trendwort, das sich aus „mixed“ und „single“ zusammen setzt.

Mingles für eine Zeit

Wie dem auch sei. Für viele kann das Mingle-Leben eine Zeit lang eine gute Alternative zu einer festen Partnerschaft sein. Sie finden als Single bei dem Mingle-Partner Geborgenheit und Intimität, Nähe und vielleicht auch Fürsorge. Man ist nicht ganz alleine und kann zumindest für eine Weile ein paar seiner Bedürfnisse befriedigen. Aber auf Dauer wird das wohl nicht genügen – einer von beiden wird wahrscheinlich irgendwann mehr wollen. Dann reicht es nicht mehr aus, sich nur alle paar Wochen zu sehen und nicht zu wissen, wo sich der andere in der Zwischenzeit umher treibt. Dann ist es an der Zeit, sich zu entscheiden, ob man sich auf den anderen Menschen einlässt oder nicht. Alles andere ist irgendwie so wie mit angezogener Handbremse zu fahren.

Kategorie: Liebe

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Schön, dass du auf meinem Blog gelandet bist. Ich bin Kati und Ich blogge für Kissnapping über die Liebe und das Leben. Außerdem schreibe ich übers Reisen - meiner zweitgrößten Leidenschaft ;-)

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