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Malaga – Spaniens unterschätzte Perle an der Costa del Sol

Malaga – Spaniens unterschätzte Perle an der Costa del Sol

Wenn man an Städtereisen denkt, kommen einem in erster Linie Ziele wie Barcelona, Rom oder Prag in den Sinn. Doch was ist eigentlich mit den kleineren europäischen Städten, wie beispielsweise Malaga?

Die Stadt bietet wie viele große Metropolen auch alles, was das Herz begehrt: eine wunderschöne Innenstadt, kulturelles Leben und jede Menge Sightseeing-Möglichkeiten. Noch dazu liegt Malaga direkt am Meer.

Malaga ist eine spanische Hafenstadt an der Costa del Sol. Die Stadt hat rund 570.000 Einwohner. Zum Vergleich: Valencia zählt fast 800.000 und Barcelona rund 1,6 Millionen Bewohner. Malaga ist demnach die zweitgrößte Stadt in Andalusien und die sechstgrößte Stadt in ganz Spanien.Malaga

Vom Flughafen ins Zentrum von Malaga

Malaga ist super gut mit dem Flugzeug zu erreichen. Von Deutschland aus braucht man lediglich 2,5 Stunden, um ins milde Klima Spaniens zu entfliehen. Vom Flughafen gibt es mehrere Möglichkeiten, ins Zentrum zu gelangen, denn dieser liegt nur rund acht Kilometer vom Zentrum der Stadt entfernt.

Am günstigsten und schnellsten gelangt man definitiv mit der Bahn nach Malaga. Diese fährt alle 20 Minuten und das Ticket kostet lediglich 1,80 Euro pro Person.

Alternativ bringt der Bus Reisende direkt von der Ankunftshalle des Flughafens ins Stadtzentrum von Malaga – und wieder zurück. Der Bus fährt alle 20 bis 25 Minuten von morgens sieben Uhr bis Mitternacht.

Vom Flughafen kann man das Zentrum auch mit dem Taxi oder einem Mietwagen erreichen. Das Taxi ist die teuerste Option und bei der guten Verkehrsanbindung auch nicht unbedingt zu empfehlen.

Es sei denn, du hast viel Gepäck oder teilst dir das Taxi mit mehreren Personen. Ein Mietwagen macht Sinn, wenn du auch die Gegend außerhalb Malagas erkunden willst, wie zum Beispiel die Gebiete Sierra de Mijas und die Montes de Malaga.

Aber auch Malaga selbst hat einiges zu bieten, denn die Stadt kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Gegründet wurde die Ansiedlung etwa im achten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung von den Phöniziern.

Heute ist Malaga eine moderne Universitäts- und Hafenstadt. Das Zentrum mit seinen vielen kleinen, verwinkelten Gassen lässt sich super zu Fuß erkunden.

Malaga

Kathedrale Catedral de la Encarnación

Sehenswert ist besonders die Catedral de la Encarnación. Sie befindet sich in der Innenstadt ganz in der Nähe des Hafens. Erbaut wurde die christliche Kathedrale im Jahr 1528 auf den Grundmauern einer Moschee. Statt zwei Glockentürmen hat die Kathedrale nur einen, da in der 254 Jahre dauernden Bauphase das Geld ausging.

Deswegen wird sie von den Einwohnern auch liebevoll „La Manquita“, zu Deutsch „kleine einarmige Dame“, genannt. Durch die lange Bauzeit ist das Äußere der Kirche ist von gotischen, barocken und neoklassizistischen Stilrichtungen geprägt.

Im Inneren finden sich drei Kirchenschiffe, drei marmorne Torbögen und eine prachtvolle Deckengestaltung. Außerdem schmücken die Räume vierzig Statuen.

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Geburtshaus von Pablo Picasso

Im Jahr 1983 wurde das Geburtshaus von Pablo Picasso zu einem kunsthistorischen Monument ernannt, in dem sich nicht nur Kunstwerke Picassos, sondern auch die Bilder zeitgenössischer Künstler bestaunen lassen.

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Museum von Málaga

Wem das nicht reicht, der findet ganz in der Nähe das Picasso-Museum mit mehr als 200 Kunstwerken des Malers. Museen gibt es übrigens reichlich in Malaga. So bewahrt das Museum von Malaga nicht nur über 15.000 archäologische Exponate und Kunstwerke auf, es wird auch eine Sammlung lokaler Malerei des 19. Jahrhunderts gezeigt.

Darüber hinaus lohnt auch ein Besuch des Museum Carmen Thyssen Malaga, das mehr als 200 Kunstwerke beherbergt. Dann gibt es auch noch das Museum Revello de Toro, das Russische Museum, das interaktive Musikmuseum, das Glasmuseum und viele, viele mehr.

Sehenswert sind auch der kleine arabische Palast Alcazaba, der Stadtpark von Malaga, der Plaza de la Constitución, das römische Theater und der hübsche Hafen. Der Hafen ist ideal für einen Spaziergang. Von hier aus lässt sich auch prima einen Abstecher zum Strand machen, wo du schwimmen oder sonnenbaden kannst.

Gegen Abend wenn die Sonne untergeht, würde ich die Burg Gibralfaro besichtigen und von hier aus den traumhaften Blick auf die Stadt genießen.

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Hammam Al Andalus

Was ich dir auch empfehlen kann, ist ein Besuch des Hammam Al Andalus. In dem arabischen Badehaus kannst du dir eine kleine Auszeit vom vielen Sightseeing nehmen und dich mit einer Massage verwöhnen lassen. Das Ambiente des Hamman ist wirklich traumhaft. Du trittst durch ein unscheinbares Tor und tauchst in eine andere Welt.

Am besten buchst du deinen Aufenthalt online auf der Webesite der Betreiber. Wer spontan dort vorbei schaut, könnte nämlich Pech haben und nicht hinein kommen. Die Webseite ist übrigens auf Deutsch, also keine Sorge, dass die Buchung zu kompliziert sein könnte.

Und falls du dir die Frage stellst, ob der Hammam wie eine Sauna ist und du dort nackt sein musst, kann ich dich beruhigen. Es ist eher wie ein Schwimmbad und Bikini oder Badehose sind dort vorgeschrieben.

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Restaurant-Empfehlungen im Malaga

Wenn du essen gehen willst, empfehle ich dir die Taberna del Pintxo mit typischen baskischen Tapas, genannt Pintxos. Ein absolutes Muss ist auch der Besuch vom El Pimpi. Das Restaurant ist sehr schön und absolut typisch für Andalusien.

Aber das beste ist: Es hat eine Terrasse direkt am römischen Theater und Alcazaba gelegen. Abgesehen von der fantastischen Aussicht, ist das Essen im El Pimpi auch super. Mich haben die aufmerksamen Kellner sogar mit kostenlosen Süßigkeiten als Nachtisch verwöhnt.

Authentisches malagesisches Frühstück bekommt man im La Recova. Wer es lieber kontinental mag, dem kann ich das Café Tramezzino an Herz legen, ein kleiner feiern Laden mit einer großen Auswahl an gesunden und leckeren Gerichten.

Von Montag bis Samstag (8 bis 15 Uhr) kannst du den Atarazanas-Markt besuchen, wo du Leckereien jeglicher Art findest. Du kannst hier Früchte, Mandeln, Oliven und vieles mehr kaufen oder andalusischen Wein trinken und frittierten Fisch essen.

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Ausgehen und Party in Malaga

Abends findest du in der Straße Calderón de la Barca einige Bars, allerdings nicht so viele wie in der Altstadt. Alternativ kannst du auch zum Plaza de la Merced gehen, denn hier ist bis spät in die Nacht was los.

Ach und keine Sorge, Malaga ist absolut sicher. Du musst keine Angst haben, abends alleine unterwegs zu sein – auch nicht als Frau.

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Noch ein paar Tipps zum Schluss

Jeden Samstag um elf Uhr gibt es auf dem Plaza de la Constitucion außerdem eine kostenlose Tour. Halte hier einfach nach einem Mann oder einer Frau mit einem Regenschirm Ausschau.

Die Straße Marques de Larios ist die große Einkaufsmeile in Malaga. Hier kannst du in zahlreichen Geschäften shoppen oder auch einfach nur flanieren gehen.

Mein letzter Tipp ist ein Abstecher ins Alcazaba Premium Hostel. Die Unterkunft liegt in der Calle Alcazabilla und bietet von ihrer Dachterrasse aus einen beeindruckenden Blick auf die Alcazaba und das römische Theater – und zwar so nah, dass man beides fast greifen kann.

Hier kannst du köstliche Cocktails bei entspannter Chill-Out-Musik genießen. Die Dachterrasse des Alcazaba Premium Hostel ist übrigens das ganze Jahr über geöffnet und kann auch von Nicht-Hotelgästen besucht werden.

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Vorsicht Diebe – der Trick mit der Nelke

So sicher Malaga auch ist, es gibt in der Stadt wie überall leider auch bösartige Menschen. Ich bin fast auf eine Diebin herein gefallen. Eine nette Dame hat mich angesprochen und wollte mir für einen Cent eine Nelke schenken. Es sein ein besonderer Tag, deswegen wollte sie mir etwas Gutes tun.

Ich war in bester Stimmung und ein bisschen überschwänglich vor lauter Urlaubsfeeling. Deswegen habe ich mich drauf eingelassen und wollte ihr gleich 50 Cent geben. Die Dame wollte aber lediglich einen Cent und schwupps warenkramten ihre Finger in meinem Portemonnaie nach einem ein Centstück.

Während sie dort herumwühlte und ich versuchte, ihre Hand aus meiner Geldbörse zu schieben, versuchte sie sich meine Geldscheine unter den Nagel zu reißen. Da ich das Spiel sofort durchschaut hatte und mir noch dazu ein netter Mann zur Hilfe kam, ist zum Glück nichts passiert. Einen bitteren Nachgeschmack hat die Geschichte dennoch bei mir hinterlassen.

Zum Glück war die Enttäuschung schnell vorbei und ich konnte mich bald wieder voll und ganz auf Malaga einlassen.

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