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Jenseits von Afrika – Als Single auf den Kapverden

Jenseits von Afrika - Als Single auf den Kapverden

Bei diesen günstigen Flügen musste ich einfach zuschlagen. Und weil keiner meiner Freunde Zeit oder Lust hatte, buchte ich kurzerhand den Hin- und Rückflug auf die Kapverden. Eine Woche wollte ich auf Sal verbringen, einer von den zehn Inseln der Kapverden. Ich muss gestehen, ich war nervös als es einige Zeit später los ging. Als Blondine alleine in ein afrikanisches Land zu reisen, war schon nicht ohne. Zumal es für mich auch noch die erste Fernreise war.

Urlaub auf den Kapverden

Sechs Stunden saß ich im Flieger und machte mir Gedanken. Hat das mit dem Visum geklappt? Wie kam ich vom Flughafen zum Hotel? Wo konnte ich mein Geld umtauschen? Meine Sorgen waren jedoch völlig unbegründet. Das Hotel hatte sich um mein Visum gekümmert. Und falls das nicht geklappt hätte, so wäre auch das kein Problem gewesen.

Visa auf den Kapverden

Am Flughafen gab es einen Schalter, an dem man bei der Einreise für 25 Euro ein vier kaufen konnte. Die Taxifahrt vom Flughafen zum Hotel kostet pauschal zehn Euro und bezahlen kann man auf den Kapverden sowohl in Euro als auch in der Landeswährung, der Kapverdische Escudo (ECV). So weit, so gut.

Transfer zum Hotel

Auf dem Weg zum Hotel schweifte mein Blick über die trockene Vulkanlandschaft und der warme Wind blies mir durch das offene Fenster ins Gesicht. Der Taxifahrer erzählte mir, dass es vor zwei Wochen stark geregnet hat und die Insel ziemlich unter Wasser stand. Noch immer konnte man hin und wieder große Pfützen sehen, in denen noch das Wasser stand. Am Hotel angekommen, gab ich dem Taxifahrer ein dickes Trinkgeld und stieg aus. Die erste Hürde war damit genommen.

Morabeza Hotel auf den Kapverden

Morabeza Hotel

Am Morabeza Hotel angekommen checkte ich ein und bekam mein Zimmer. Ich hatte ein Doppelzimmer für mich allein mit einer Terrasse, die ich jedoch nie genutzt habe, Badezimmer, Föhn, Safe und Fernseher. Wen es interessiert, es gibt auch deutsche TV-Sender im Morabeza Hotel, allerdings nur zwei (ZDF und ein Sportkanal). Den Safe konnte ich kostenlos nutzen, was ich ganz praktisch fand. Ansonsten war die Einrichtung des Zimmers zweckmäßig, aber sauber. Eine Klimaanlage gab es natürlich auch und die war bei den schwülen Temperaturen auf den Kapverden auch dringend notwendig. Wobei ich sagen muss, das sich nicht viel Zeit in meinem Zimmer verbracht habe. Außer zum Schlafen, duschen oder umziehen, war ich kaum dort.

Traumhafter Strand

Und so ging ich auch als erstes nach dem Check-in an den Strand, der nur durch einen kleinen Weg vom Meer getrennt ist. Über einen Steg gelangt man in den Hotel eigenen Beachclub mit Restaurant, Bar und Sonnenliegen und -schirmen. Hier wird übrigens jeden Tag frisch gegrillt und das sogar zu bezahlbaren Preisen. So stand ich also an meinem ersten Tag bzw. Abend am Meer und grinste von einem Ohr zum anderen. Wow, war das schön hier. Ein breiter hellbeiger Sandstrand, das türkisblaue Meer, bunte Boote, die darauf trieben, und ein warmer Wind, der mir die Haare zersauste. Bis zum Abendessen war noch etwas Zeit und so wollte ich ein bisschen die Umgebung erkunden.

Restaurants und Bars

Direkt neben dem Hotel befindet sich der Ort Santa Maria mit zahlreichen kleinen Einkaufsmöglichkeiten sowie einigen Restaurants und Bars. Als Tourist muss man sich bei Schlendern durch die Straßen ein dickes Fell zulegen, denn man wird permanent von den vielen Händlern angesprochen. Dabei handelt es sich aber nicht um die kapverdischen Einwohnen, die eher zurückhaltend sind, sondern um Immigranten aus dem Senegal. Man erkennt diese daran, dass sie größer, langgliedriger und dunkelhäutiger sind als die Ureinwohner der Kapverden.

Fliegende Händler

Jeder von ihnen kennt einen Deutschen – einen Bruder aus Hamburg, einen Cousin aus Berlin – und man bekommt zunächst kleine Geschenke wie eine Holzschildkröte oder ein Armband. Die meisten Touristen fühlen sich daraufhin verpflichtet, etwas bei dem Händler zu kaufen. Das ist der Trick! Auch ich habe mich anfangs zu dem einen oder anderen unsinnigen Kauf hinreißen lassen. Aber so hat man auch eine kleine Erinnerung an die Kapverden.

Santa Maria

Santa Maria ist nicht sehr groß, bietet aber alles, was nötig ist. Es gibt einen Supermarkt, eine Apotheke, zahlreiche Boutiquen, Restaurants, Kneipen und Discos. Alleine als Blondine habe ich mich nicht so recht getraut, abends auf Tour zu gehen. Wobei es in Santa Maria nicht gefährlich ist, im dunklen unterwegs zu sein, so lange man nicht in düstere Nebenstraßen abwandert. Überhaupt sind die Kapverden nicht gefährlich – die Kriminalitätsrate ist erstaunlich niedrig und die Polizei stets präsent. Sehenswert sind das alte Waaghaus und der Fischersteg.

Fischersteg in Santa Maria / Kapverden

Fangfrischer Fisch

Der Hafenkai liegt direkt am wunderschönen Strand Praia de Santa Maria, der über zwei Kilometer bis zur Ponta do Sinó führt. Hier wird tagsüber frischer Fisch verkauft und und er dient auch als Treffpunkt für Ausflüge auf das Meer. In Santa Maria leben übrigens fast so viele Hunde wie Menschen. Diese sind sehr anhänglich, aber Ihr sollte sie besser nicht streicheln, da viele leider Flöhe haben. Zweimal bin ich fast schwach geworden und hätten einen der süßen Vierbeiner fast in meinen Koffer gepackt und mit nach Hause genommen. Auf den Kapverden solltet Ihr unbedingt Fisch essen – der ist total lecker und super frisch.

Kapverdischer Kinderchor

In Santa Maria gibt es auch zwei Kirchen – eine evangelische und eine katholische. Ich besuchte an einem Sonntag den Gottesdienst in der katholischen Kirche. Hier drängten sich die Menschen an den Seiten der Bänke und standen sogar vor der geöffneten Tür. Jeder sang mit – egal ob Einheimische oder Touristen – und fasst sich an den Händen. Die kapverdischen Einwohner hatten überhaupt keine Berührungsängste gegenüber Fremden und ich war wirklich gerührt von soviel Lebensfreude. Der Gottesdienst wird sogar ins Englische übersetzt. Das Highlight der Messe ist jedoch der kapverdische Kinderchor, der wirklich wunderschön anzusehen ist.  Nach dem Gottesdienst habe ich ein paar Straßen weiter ein Eis gegessen – das gönnt Ihr auf den Kapverden auch ganz unbedenklich.

Kinderchor auf den Kapverden

Schildkröten-Ausflug

Ein weiterer Ausflug fand Nachts statt. In der Zeit zwischen Mai und September kommen hunderte Schildkrötenweibchen an den Strand und legen hier ihre Eier ab. Dorthin gelangt man nachdem man einige Zeit im Jeep durchgeschüttelt wurde. Zunächst einmal muss man jedoch in der Gruppe warten bis die Führer eine Schildkröte gesichtet haben. Danach geht’s hurtig zu der Stelle, an der das Schildkrötenweibchen die Eier ablegt. Wichtig: Man muss immer hinter der Schildkröte stehen und darf nicht mit Blitz fotografieren, damit man die Schildkröte nicht stört.

Schildkröte legt Eier ab

Katamaran-Tour

Und Ihr solltet Euch wirklich warm anziehen, dann häufig muss man stundenlang warten und der Wind fegt dabei recht ordentlich, schließlich seid Ihr direkt am Atlantik. Auch eine Katamaran-Tour habe ich gemacht – diese war jedoch weitaus weniger Spektakulär als die Aussicht auf die weißen Puderzuckerstrände auf Sal.

Deutsche Touristen

Weitaus weniger schön waren die deutschen Touristen – vier bierbäuchige Männer, die die Kapverden offenbar mit dem Ballermann verwechselt haben und ganz enttäuscht waren, dass hier nicht die Party abging. Denn ja, die Kapverden sind nichts für den typischen Single- oder Partyurlauber. Hier finden sich hauptsächlich Paare und Menschen, die Erholung suchen.

Katamaran Tour auf den Kapverden

Eine Woche ging übrigens verdammt schnell und am Ende meines Urlaubs stand ich am Meer und wollte gar nicht wieder zurück nach Hause. Das ist jetzt ein halbes Jahr her und ich überlege gerade, wann ich das nächste Mal auf die Kapverden fliege.

Kategorie: Reisen

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Schön, dass du auf meinem Blog gelandet bist. Ich bin Kati und Ich blogge für Kissnapping über die Liebe und das Leben. Außerdem schreibe ich übers Reisen - meiner zweitgrößten Leidenschaft ;-)

5 Kommentare

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  4. Miriam sagt

    Super Blog! Habe auch vor auf die Kap Verden zu reisen, war jedoch etwas unsicher, da ich auch als Frau alleine unterwegs sein werde. Denke, dass ich den Schritt jetzt wagen werde, dein Blog hat mich davon überzeugt! Danke, war sehr spannend zum Lesen :)

    • Kati sagt

      Hi Miriam, falls es dich beruhigt, ich bin jedes mal unsicher, alleine zu verreisen :-) Aber ich glaube, man muss sich einfach nur selbst etwas zutrauen. Ich fand die Kapverden jedenfalls sehr schön und würde wieder hinfahren. Aber sei dir bewusst, dass dort hauptsächlich Paare Urlaub machen und du als alleinreisende Frau permanent angesprochen wirst. Schöne Grüße, Katja

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