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Das Flirt-Dilemma – Wer macht den ersten Schritt beim Flirten?

Das Flirt-Dilemma - Wer macht den ersten Schritt beim Flirten?

Männer und Frauen haben offenbar ein Kommunikationsproblem. Das Dilemma: Keiner weiß so recht, wie er sich beim Kennenlernen verhalten soll. Ich kenne das nur zu gut. Erst letztens habe ich jemanden nettes in einer Bar kennengelernt. Jochen schien wirklich an mir interessiert zu sein. Wir haben die ganze Zeit gequatscht, gelacht und er wirkte ein wenig nervös. Trotzdem ist er gegangen, ohne nach meiner Telefonnummer zu fragen.

Kommunikationsprobleme beim Flirten

Natürlich kann es sein, dass er mich einfach nur nett fand und zu Hause seine liebende Freundin sitzen hat. Ich vermute aber, er hat sich einfach nicht getraut, zu fragen. Und ich habe erwartet, dass er mich fragt. Klar hätte auch ich den ersten Schritt machen können, aber muss das nicht der Mann machen??? Diese Frage stellte ich mir am Ende des Abends und ärgerte mich gleichzeitig, dass ich ihn nicht selbst nach seiner Nummer gefragt habe.

Muss der Mann immer den ersten Schritt machen?

Etwas ähnliches ist mir mit meinem letzten Date passiert. Wir hatten drei wunderschöne Treffen und schrieben uns danach regelmäßig SMS. Für mich war alles ganz sonnenklar: Das kann was werden. Dann bin ich ein paar Tage verreist und schrieb ihm, dass ich wieder da bin. Auf diese Nachricht folgte eine erdrückende Stille. Ich war der Meinung er soll mich fragen, ob wir uns wiedersehen. Aber es kam nichts. Aus Angst ihm hinterher zu laufen, habe ich nicht mehr nachgehakt. Und somit war die Sache gegessen, obwohl alles so schön angefangen hat. Vielleicht hätte es noch ein Happy End gegeben, wenn ich nicht so stolz gewesen wäre. Vielleicht war er aber auch einfach nicht interessiert genug. Was genau schief gelaufen ist, werde ich wohl nie erfahren.

Frauen wollen vom Mann erobert werden

Was ich euch damit sagen will, bringt eine neues Studie von ElitePartner auf den Punkt. Darin heißt es, dass sich die Geschlechter über die Rollenverteilung beim Flirten und Kennenlernen alles andere als einig sind. Gerade junge Frauen verteidigen ihre Prinzessinnen-Rolle und möchten, dass das starke Geschlecht den ersten Schritt macht, während junge Männer sich auf die weibliche Initiative beim Kennenlernen verlassen. Ich bin zwar nicht mehr ganz so jung, aber in dieser Hinsicht bin ich auch total Oldschool und erwarte, dass der Mann den ersten Schritt macht beziehungsweise beim Kennlernen das Ruder übernimmt.

Missverständnisse durch die Emanzipation

Wie konnte so etwas passieren, dass niemand mehr so richtig weiß, wie er sich beim Flirten verhalten soll? Schuld ist mal wieder die böse Emanzipation. Damals war schließlich alles so einfach: Der Mann machte der Frau den Hof, die Frau lies sich umwerben. In der heutigen Zeit ist das anders. Zwar ist die Emanzipation bei unse Frauen in allen anderen Bereichen angekommen – nur nicht bei beim Flirten und Kennenlernen. Da werden wir wieder zum Weibchen aus den 50ern und denken: Der Mann muss das machen, das war schon immer so! Die Männer denken hingegen: Das sehe ich gar nicht ein, schließlich sind die Frauen jetzt emanzipiert.

Männer und Frauen denken unterschiedlich

In der Studie heißt es: 41 Prozent der Singlefrauen finden, dass Männer beim Kennenlernen den ersten Schritt machen müssen. Bei den unter 30-Jährigen sind sogar 57 Prozent dieser Ansicht. Während viele Frauen angesprochen werden wollen, sehen es nur 14 Prozent der Singlemänner als ihre Aufgabe, den ersten Schritt zu machen. 79 Prozent finden es dagegen gut, wenn die Frau beim Kennenlernen die Initiative ergreift. Bei den unter 30-Jährigen sind sogar 85 Prozent dieser Ansicht.

Die ungeschriebenen Dating-Regeln

Frauen möchten außerdem umworben werden und dazu gehört auch, dass der Mann die Rechnung übernimmt. Jede zweite Singlefrau glaubt, dass der beim ersten Date Mann bezahlen soll. Bei den unter 30-Jährigen sind sogar 59 Prozent dieser Ansicht. Nur jeder dritte Mann findet allerdings, dass es seine Pflicht ist, beim Date die Rechnung allein zu übernehmen. Wo ist also genau das Problem?

Unterschiedliche Erwartungshaltungen beim Flirten

Die unterschiedlichen Erwartungshaltungen führen zu Missverständnissen. Die Geschlechterrollen sind zunehmend im Umbruch, sie bestimmen nicht mehr vorrangig, wer was beim Kennenlernen tun muss, darf oder soll. Deshalb herrschen keine einheitlichen Flirt- und Dating-Regeln mehr – weder zwischen Männern und Frauen noch innerhalb des Geschlechts“, erklärt Diplom-Psychologin Lisa Fischbach von ElitePartner.

Die Initiative dem Mann überlassen

„Viele junge Männer beobachten, wie emanzipiert sich Frauen im täglichen Leben verhalten und im Job und der Partnerschaft viel mehr einfordern als früher. Sie erwarten dann oft auch beim Flirten eine stärkere Emanzipation der Frau. In diesem Bereich sind aber insbesondere viele jüngere Frauen eher konservativ, orientieren sich an den traditionellen Rollenbildern und möchten die Initiative dem Mann überlassen.“

So viele finden keinen Partner

Ich bin mir ziemlich sicher, dass genau das einer der Gründe ist, warum so viele Singles keinen Partner finden. Im Grunde genommen stehen wir uns selbst im Weg. Aus Unsicherheit und Stolz verpassen wir viele tolle Chancen oder geben auf halber Strecke auf, weil „einfach zu wenig vom anderen kommt“. Das Wissen um dieses Problem ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung, aber wie schwer es ist, eingefahrene Verhaltensmuster zu ändern wissen die meisten von uns selbst am besten. Nur – wieviel Erfolgt wir damit haben, wissen wir auch. Nämlich keinen.

Auch mal eine Abfuhr kassieren

Also gebt Euch einen Ruck und springt öfter mal über euren Schatten. Und falls ihr dann eine Abfuhr kassiert, könnt ihr wenigstens sagen: Ich habe es probiert. Denn nichts ist schlimmer als nichts zu tun. So wird sich nämlich auch nichts an eurem Single-Dasein ändern. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Das gilt natürlich auch für die Liebe! ;-)

Kategorie: Partnersuche

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Trägt ihr Herz auf der Zunge und plaudert gerne mal aus dem Nähkästchen - vor allem über ihre Dates oder Männergeschichten.

5 Kommentare

  1. maisenkaiser sagt

    dazu ein später Kommentar: es ist nicht nur die „böse“ Emanzipation schuld, aber deren moderne Auslegung des Femifaschismus ist es sehr wohl! Ich würde mir wünschen, dass sich mal alle Männer exakt an das halten, was #aufschrei so nach sich zog. Wir hätten in D eine 100% Single Rate und 0 Geburten. Wenn das so gewollt ist, bitte…

    kurz zu mir ums einordnen zu können: 39 und seit 10 Jahren männlicher heterosingle, aber nicht auf der „Suche“

  2. Pingback: Negative Gedanken: Wie du negative Glaubenssätze loswirst und optimistischer wirst - Deine perfekte Beziehung

  3. Zuerst #aufschrei jetzt heißt es #metoo. In einigen wenigen Fällen mag die Aufregung gerechtfertigt sein. Fakt ist aber: der mitteleuropäische Mann ist so zahm und anständig erzogen worden (außer wenn er betrunken ist), dass diese Hetzkampagnen ihre hässlichen Spuren zwischen den Geschlechtern hinterlassen werden. Bald stellen die Männer komplett auf stur um und machen gar nichts mehr.

    • Hallo Andy, ich habe so etwas auch schon mehrfach erlebt – vom Vorgesetzten, der sexuelle Anspielungen macht und seine Machtposition ausnutzt, wenn man nicht darauf einsteigt über den Personaler, der mich bei einem privaten Treffen fragt, wozu ich bereit wäre, um den Job zu bekommen bis hin zu dem Typen, den ich in einer Bar kennengelernt habe und der mir nach einem ganz normalen Gespräch an den Hintern fasst und sagt: „Ich wollte nur mal testen.“ Glaub mir, das ist alles andere als lustig. Natürlich sind nicht alle Männer so, aber leider ist so ein Verhalten nicht so sehr die Ausnahme wie du denkst.

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