Liebe
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Du geile Sau oder die Kunst, Komplimente zu machen

Du geile Sau oder die Kunst, Komplimente zu machen

Während meiner Zeit als Thekenschlampe hatte ich mal ein Erlebnis, das ich wohl nie vergessen werde. Ein älterer Herr Marke Sugardaddy (sechzig Jahr‘, weißes Haar, braungebrannt, Wohlstandswanst und Siegelring), kommt an meine Theke, bestellt sich ein Getränk. Dann quatscht er mir ungebeten ein blutiges Kotelett ans Ohr. Ich rechne jeden Moment damit, dass er mir sein Haus, sein Auto, seine Jacht und seine 20 Jahre jüngere Frau auf den Tisch knallt.

Eine gute Thekenschlampe würde jetzt wohl einfach ihr Profilächeln anknipsen, die Ohren auf Durchzug schalten und sehr beschäftigt tun. Ich kann das aber nicht, dafür ist mir dieser ältliche Möchtegern-Casanova einfach zu unsympathisch. Seine Stimme ist zu laut, sein Lachen zu donnernd. Also steige ich in das Gespräch ein, widerspreche, wo ich nur kann, knalle ihm meine teilweise adhoc aus den Fingern gesogenen Argumente und Thesen um die Ohren und führe damit unbeabsichtigt eines der lustigsten Gespräche meines Lebens über Gott und die Welt. Ohne Scheiß, selbst Gott kommt zur Sprache.

All-Inclusive-Schmeichelei

Nach einer Stunde verabschiedet er sich mit den Worten: „Das war das erste Mal, dass ich mit einer so jungen, hübschen Frau ein so interessantes Gespräch geführt habe.“ Ein Kollege, der gerade vorbeiläuft, hört das und bemerkt mit einem Grinsen, dass das doch ein tolles Kompliment sei. Da wendet sich Sugardad nochmal um und knöpft sich den Kollegen vor: „Komplimente, mein Freund, sind Schmeicheleien, die man nur dummen Frauen macht, um sie einzuwickeln. Das war ernst gemeint.“ Da steh‘ ich nun, gebauchpinselt und vollständig entwaffnet angesichts dieser All-Inclusive-Schmeichelei, die keine sein will. Ich kann nicht anders, ich freue mich schneeköniglich. Respekt, alter Mann, Respekt!

Du geile Sau!

Anderes Beispiel: Ich bin bei meinem Lover und gehe gerade mit blankem Hintern ins Bad, da höre ich ihn hinter mir murmeln: „Ist das nicht ’ne geile Sau?“ Ich denke, du geile Sau? Höre ich nicht richtig? Ich drehe mich und da steht er, genauso nackig wie ich, mit seinem Kater um den Hals gewickelt und zeigt auf mich. Er schaut mich mit einem gut einstudierten, treudoofen Blick an und sagt: „Charlie hat ‚ja‘ gesagt…“ Was soll ich sagen, manche Männer haben’s einfach drauf mit den Komplimenten. Da bleibt uns Frauen gar nichts anderes übrig, als mädchenhaft zu erröten und „Danke“ zu hauchen.

Auf der anderen Seite möchten wir Frauen auch den Männern schöne Komplimente machen. Allerdings ist das manchmal gar nicht so einfach. Ich habe sogar hin und wieder die Erfahrung gemacht, dass sie es gar nicht mögen, für ihr gutes Aussehen gelobt zu werden. Damit seien sie schließlich geboren und ich solle ihren Eltern dafür danken. Na gut, wie steht’s mit Dingen, die sie gut gemacht haben? Ja, dafür heimsen sie sehr gerne ein Lob ein, auch freimütige Bewunderung wird klaglos angenommen.

Das ultimative Kompliment

Als ich mich auf einer Party mit einem Bekannten über das Thema Komplimente unterhalte, zieht er mich beiseite, tut sehr geheimnisvoll und behauptet, mir nun das Geheimnis des ultimativen Kompliments für Männer zu verraten. Ich bin ganz Ohr. Das beste Kompliment, dass man als Frau einem Mann machen könne, sei: „Du bist mein Sexgott. Ich will dich jetzt, hier und auf der Stelle.“ Ach, so ist das also?! Ich bin aber noch nicht ganz überzeugt und nehme mir vor, diese Hypothese bei Gelegenheit einem Härtetest zu unterziehen.

Gesagt, getan und besagter Lover muss als Versuchskaninchen herhalten. Als wir eines Abends zusammen ausgehen, schmachte ich ihm zu später Stunde ins Ohr: „Hey Sexgott, ich will dich hier und auf der Stelle.“ Ich schmücke außerdem noch etwas aus: „Hab ich dir eigentlich schonmal gesagt, dass ich mit dir den besten Sex meines Lebens habe?“ Dafür muss ich nicht mal lügen. Ladies, wenn ihr Augen mal richtig zum Leuchten bringen wollt, so klappt’s echt! Nun ja, hier und auf der Stelle war nicht, aber ich glaube, ich wurde noch nie so schnell nach Hause, aus den Klamotten und zwischen die Laken gezerrt, wie in dieser Nacht. Und… oh boy, what a night! ;)

Nach dieser Geschichte seht ihr das Kompliment „du geile Sau“ wahrscheinlich mit ganz anderen Augen :-)

Und wie sieht’s bei euch aus? Habt ihr auch schon unerwartete, bemerkenswerte oder unvergessliche Komplimente erhalten? Bestimmt! Teilt sie mit uns und zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht.

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