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Kurvendiskussion – Zara-Plakat „Love Your Curves“ erhitzt die Gemüter

Zara-Plakat "Love Your Curves" erhitzt die Gemüter

Keine Themen erhitzen die Gemüter mehr als Migrationspolitik und die weibliche Figur. Letzere sorgt aktuell im Internet für ordentlich Zündstoff. Denn die spanisches Bekleidungskette Zara wirbt auf einem Werbeplakat mit dem Slogan „Love Your Curves“ und erntet dafür gerade mächtig Kritik. Der Grund: Die beiden Frauen auf dem Plakat haben überhaupt keine Kurven.

Zara wirbt mit „Love Your Curves“

Dieser Schuss ging wohl nach hinten los. Denn bei der aktuellen Marketingkampage von Zara passen Text und Bild augenscheinlich überhaupt nicht zusammen. „Love your curves“ (zu Deutsch: Liebe Deine Kurven) soll eigentlich für weibliche Runden werben. Grundsätzlich eine gute Sache, auf die bereits andere Marken wie zum Beispiel Dove schon gesetzt haben. Die Modekette Zara machte jedoch den Kardinalfehler: Sie inszenierte die Kampagne mit Models, die alles andere als kurvig sind.

Tweet löst Shitstorm aus

Vergangenen Dienstag postet die irische Radiomoderatorin Muireann O’Connell das Zara-Werbeplakat auf Twitter und löste damit einen Shitstorm aus.

Viele Menschen machten daraufhin ihrem Ärger in dem sozialen Netzwerk Luft. Unter dem Hashtag #loveyourcurves posteten sie bei Twitter Strichmännchen, Billard-Stöcke und Skelette oder ließen hämische Kommentare vom Stapel.

Frauen präsentieren ihre Rundungen

Es gibt zudem zahlreiche Bilder von Frauen mit sehr weiblichen Körpern, die stolz ihre Rundungen präsentieren. Und natürlich geht das Bodyshaming auch in die entgegengesetzte Richtung. Wie immer beim Thema Figur gibt es auch wieder diejenigen, die in der Hetze gegenüber der Zara-Kampagne eine Diskriminierung sehr schlanker Menschen sehen. „Auch dünne Mädchen haben Kurven“, schreibt eine Twitter-Nutzerin und hat per Photoshop eingezeichnet, wo sie diese sieht.

Dicke giften gegen Dünne – und umgekehrt

Auch auf Facebook trollen sich die User in den Kommentarspalten bekannter Medien. Die Pro-Dünne-Fraktion giftet gegen Fette und die die Normal- bis Übergewichtigen greifen die augenscheinlich Magersüchtigen an. Ein Ziel hat Zara mit der Kampagne also definitiv erreicht: Jeder Menge Aufmerksamkeit und Reichweite. Eine Stellungsnahme von dem Unternehmen soll es übrigens noch nicht geben.



Sanduhr-Figur gilt als perfekt

Apropos Kurven. Die perfekte Figur soll übrigens die Sanduhr-Figur sein. Dieser Typ verkörpert die klassische Weiblichkeit und zeichnet sich durch eine schmale Taille, ausgeprägte Hüften und ausladende Brüste aus. Diese Proportionen bleiben übrigens das ganze Leben über gleich – egal wie viel eine Frau zu- oder abnimmt. Dieses Schönheitsideal ist außerdem seit Jahrzehnten gleich geblieben. Damals wurde Marilyn Monroe aufgrund ihrer Kurven vergöttert, heute sind Frauen wie Eva Mendes oder Scarlett Johansson der Traum vieler Männer.

Idealmaße lassen sich berechnen

Es gibt sogar eine Formel für das ideale Verhältnis zwischen Taille und Hüfte. Der Anthropologe Barnaby Dixson hat berechnet, dass ein Taille-Hüfte-Quotient von 0,7 gilt als perfekt gilt. Das heißt, der Taillenumfang sollte 70 Prozent vom Hüftumfang betragen. Männer finden diese Verhältnis laut Dixson besonders attraktiv, da sie ein kleines Taille-Hüfte-Verhältnis mit Gesundheit und Fruchtbarkeit assoziieren. Diese Formel gilt übrigens für nahezu alle Männer weltweit: Sowohl in Großbritannien als auch in Papua-Neuguinea ist das 0,7-Verhältnis von Taille und Hüfte in der Männerwelt das Ideal. Einzig China bildet eine Ausnahme. Hier bevorzugten die männlichen Probanden von Dixson einen Taille-Hüfte-Quotient von 0,6.

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